WS 1: Diese Aufgabe verstehe ich nicht! – Heterogenität beim Physiklernen

Dr. Thomas Trebing, Prof.'in Dr. Verena Spatz (FB Physik)

Physik ist eines der unbeliebtesten Schulfächer, das Schüler*innen oft so schnell wie möglich abwählen. Offenbar gelingt es im traditionellen Unterricht vielfach nicht, die Schüler*innenschaft in der Breite anzusprechen. Heterogenität ist damit beim Physiklernen schon im Hinblick auf das Ziel zentral, mehr Schüler*innen abzuholen und mitzunehmen. Im Workshop wollen wir diese Herausforderung ausgehend von der Aussage: „Diese Aufgabe verstehe ich nicht!“, mehrperspektivisch betrachten.

Im ersten Teil werden wir mögliche zugrundeliegende Schwierigkeiten im lerntheoretischen Bereich sowie im fachdidaktischen Bereich identifizieren und Lösungsansätze entwickeln. So könnten neben fachlichen Problemen etwa emotionale, motivationale oder organisatorische Schwierigkeiten eine Rolle spielen. Diesen verschiedenen Hürden werden wir Ansätzen zuordnen, die in der Physik zur Bearbeitung angesetzt werden. Zur Strukturierung der unterschiedlichen Perspektiven wird das Modell der vier Säulen („Stolperstein Mathematik“, Friedevold u.a. 2018) aus der Mathematik in die Physik übertragen.

Im zweiten Teil werden wir die Überlegungen auf weitere klassische Heterogenitätsdimensionen (Geschlecht, Herkunft, Beeinträchtigung) erweitern und mögliche Übungen für die Lehrer*innenbildung oder Tutor*innenschulung kennenlernen. Aus der Antirassismusarbeit wurde beispielsweise im Projekt KI²VA, Schwerpunkt Tutorielle Lehre, die Übung „Wie im richtigen Leben“ für die Universität angepasst und zusätzlich als Selbstlerneinheit digital bereitgestellt.